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Chat zwischen Vater und Sohn

Chat zwischen Vater und Sohn

Seit Maria denken kann, trifft sie ihre Großmutter in Mexiko regelmäßig im Internet bei Skype. Es gibt sogar ein paar Fotos vom Geburtstag in Berlin, die die Abuela in Mexiko vom Bildschirm abfotografiert hat. Es ist wunderschön, wie nah ihr so die ferne Familie sein kann. Als meine Nichte aus Mexiko hier war, hat sie uns gezeigt, wie man bei Facebook Chatgruppen einrichtet. So stehen die Nachrichten und Fotos nicht für alle sichtbar auf der Pinnwand, sondern sind nur für eine bestimmte Gruppe Menschen (und natürlich Facebook) einsehbar. „Ohne Grenzen“ heißt unser Chat in dem ich und Marias Papa, ihr Onkel in Spanien, ihre Tante, ihre Oma und ihre Cousine in Mexiko kommunizieren. Wann immer es einen Moment gibt, an dem ich sie teilhaben lassen möchte, mache ich ein Foto mit dem Smartphone und lade es in „Ohne Grenzen“ hoch. So kann die ferne Verwandtschaft sogar auf dem Spielplatz dabeisein. Hat Maria Sehnsucht nach ihrer „Abuela“, schickt sie ihr ein paar lustige Smileys oder tanzende Katzen. Wenn Brenda, meine deutschlernende Nichte, nicht weiß, was der Unterschied zwischen wo und wohin ist, kann ich ihr das kurz im Chat erklären. So ist eine Art Familientagebuch entstanden. Ein unsichtbares Band, dass wir alle nicht missen möchten.

Auch der weltweit arbeitende Fotograf und Worldpress-Gewinner Sacha will sich ein Familienleben ohne Internet nicht mehr vorstellen müssen. Wie echte Nähe in virtuellen Welten über große Distanzen hinweg. Liebesbriefe, die das Internet schreibt, müssen nicht weniger Gefühl haben, als ein handgeschriebener Brief. Genauso wenig wie ein Telefonat – wenn man weiß, wer auf der anderen Seite ist.

Sicher wird Maria noch lernen müssen, dass man seine Partner im Internet auch im realen Leben kennen sollte, dass Kommunikation im Internet Gefahren birgt und dass man sich hinter Bildern und Worten im Netz verstecken kann. Aber noch ist die Zeit dafür nicht gekommen. Oder doch? Wir haben einen spielerischen Weg eingeschlagen, um ihr zu zeigen, dass Schein und Sein zwei verschiedene Dinge sein können. Ein Team um den Autor Michael Fackelmann hat wunderschön illustrierte Briefe entwickelt, die der Wichtel Possel als echte Schreibebriefe an die Kinder schickt. Die können Eltern bei www.kinderbriefe.de bestellen.

Possel von kinderbriefe.de

Possel von kinderbriefe.de

Maria weiß, dass wir für die Wichtel-Post bezahlen und dass sich Erwachsene Possel ausgedacht haben. Aber sie liebt diese Briefe und jeden Abend liest sie mir daraus ein bisschen vor.