Fernsehen gehört dazu!

Foto: Sacha Hartgers/scienceimageproject

Wenn die Schulwoche zu Ende geht, ist bei uns regelmäßig Kinozeit. Dann versammelt sich die Familie mit Popcorn vorm Fernseher und wir gucken zusammen „Lollywood“, den Freitagabendfilm bei Kika.

Als ich in Marias Alter war, gab es zwischen Fiktion und Realität eine Farbbarriere: Während sich meine brandenburgische Kinderwelt in allen Farben spiegelte, blieb die Fernsehwelt schwarz-weiß. Für Maria existiert diese optische Grenze nicht. Aber Kinder müssen begreifen, dass Filme nur Illusionen sind, damit sich ihre Wirklichkeit nicht verzerrt. Deshalb haben wir früh versucht, unserer Tochter den Unterschied zu erklären.

Anfangs sah Maria nur Trickfilme wie Caillou, oder wir gingen ins Puppentheater. Mit drei oder vier Jahren begann Maria die Märchen aus ihren Büchern nachspielen. Sie verkleidete sich als Schneewittchen, ich war Stiefmutter, Jäger, Zwerge und Prinz.
Als eine Freundin mit ihrer Tochter zu Besuch kam, und ich, als böse Stiefmutter geschminkt, von zwei Prinzessinen besiegt wurde, nahm meine Freundin die Szene auf. Mit diesem Filmchen führte ich Maria später den Unterschied zwischen Realität und Rolle vor Augen. Wenn wir Märchenfilme mit Menschen ansahen, erklärte ich ihr danach: „Das ist nur gespielt, so wie du damals die Prinzessin warst.“ Wir besuchten die Sesamstraßen-Ausstellung im Filmmuseum, den Filmpark Babelsberg und regelmäßig die Kindervorstellung im „Varia Vineta“-Theater. Dort warteten wir bis nach der Vorstellung die Schauspieler aus ihren Kostümen schlüpften.

Bis heute gehen wir gern ins Theater. Und wenn bei „Lollywood“ ein Film für ältere Kinder läuft, holen wir uns eine DVD aus dem „Borg-Laden“. Dann gehört das „Making of“ als Grenzbesuch dazu.
Manchmal münden unsere „Lollywood“-Abende in Fragen. „Wo bleibt die Vergangenheit?“, nach dem Zeitreiseabenteuer „Stella und der Stern des Orients“ oder „Was würden wir machen, wenn wir kein Asyl kriegen?“, nach dem schwedischen Jugendfilm „Rafiki – Beste Freunde“. Manchmal lachen wir gemeinsam über „Mister Twister“ oder „Kleiner Nick“. Und manchmal verdrücke ich wie bei „Finn und die Magie der Musik“ auch die eine oder andere Träne. Dann tröstet mich Maria: „Mama, das ist nicht echt!“

Leider hat Kika noch keine Mediathek, aber eine Vorschau auf den „Lollywood“-Film. Anregungen für Filmabende können sich Eltern auch bei Kinderfilmwelt oder Flimmo holen.